Berufe in der Werbung – Februar 2021

Der Kontakter

Diplomat und Vermittler

Schnittstelle zwischen Kunde und Kreativen.

Insbesondere in größeren Agenturen übernimmt der Kontakter eine Vermittlerposition zwischen Kunde und der Kreativ-Abteilung ein. Er fungiert als eine Art diplomatischer Übersetzer, der die „Sprache“ des Kunden in die des Kreativ-Teams überträgt. Möchte der Kunde ein neues Projekt in Angriff nehmen und setzt dafür ein Meeting an, ist der Kontakter mit von der Partie: Er nimmt alle Vorgaben des Kunden entgegen, beispielsweise für einen Artikel, einen Fernsehspot oder eine Werbekampagne. Diese Vorgaben fasst der Kontakter in einem detaillierten Briefing zusammen und reicht sie weiter an den Etatdirektor, der sie wiederum an sein Kreativ-Team weitergibt.

Sobald das Kreativ-Team erste Entwürfe oder einen Zwischenstand oder zuletzt das finale Projekt erarbeitet hat, landen diese auf dem Schreibtisch des Kontakters. Dieser bereitet sie entsprechend auf, veranlasst weitere Zwischenschritte wie beispielsweise ein Lektorat oder eine grafische Aufbereitung und stellt das Ergebnis dem Kunden vor. Hat dieser etwas zu beanstanden, reicht der Kontakter die Anmerkungen wieder an das Kreativ-Team weiter.

Die Laufbahn eines Kontakters oder Viele Wege führen in die Werbeagentur.

Nach einem Kontakter-Studium mit dem Bachelorzeugnis in der Hand gleich in ein lichtdurchflutetes Einzelbüro irgendeiner attraktiven Großstadt ziehen, um den neuen Job als Kontakter zu beginnen?

Schön wäre es – aber leider gibt es kein solches Studium. Stattdessen dienen verschiedene Ausbildungen und Studienfächer gerade einmal als Einstiegsmöglichkeit in die Branche, der Rest ist harte Arbeit. Gängige Möglichkeiten sind eine Ausbildung zum Kaufmann oder zur Kauffrau für Marketingkommunikation oder zum Kommunikationswirt, darüber hinaus Studiengänge im Bereich Marketing, Kommunikationswissenschaft, Mediendesign, Betriebswirtschaft oder Public Relations. Mithilfe von Praktika und Auslandsaufenthalten sammelt der zukünftige Kontakter die nötige Berufserfahrung sowie Fremdsprachenkenntnisse.

Und selbst dann lautet auch hier das Motto noch immer „jeder fängt mal klein an“. Der erste Schritt zum Traumberuf des Kontakters ist daher die Position des Junior-Kontakters. Als solcher assistiert er dem Senior-Kontakter und eignet sich auf diese Weise das nötige Know-how an, allerdings ohne dass gleich alle Verantwortung auf seinen Schultern lastet. Nach mehreren Jahren in dieser Position kann der Junior-Kontakter zum Senior-Kontakter aufsteigen. Ständige Fortbildungen und Seminare sind aber auch dann von Vorteil, um das eigene Wissen stets aktuell zu halten und zu erweitern.

Mit Herz und Hirn dabei.

Die vielleicht wichtigsten Eigenschaften des Kontakters sind Diplomatie, Einfühlungsvermögen und eine ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit.

Denn mitunter trifft er auf spezielle Kunden und muss dennoch ihre Sprache sprechen: also verstehen, worum es dem Kunden im Kern geht, ihn zu verschiedenen Werbemaßnahmen optimal beraten und dem Kunden so vermitteln, dass dessen Projekt in den besten Händen ist. Ein fundiertes Marketingwissen sowie strukturiertes Denken und Handeln sind ebenfalls sehr wichtig.

Das bedeutet allerdings nicht, dass der Kontakter so gar nichts mit dem eigentlichen Kreativprozess am Hut hat. Im Gegenteil: Ohne ein gewisses Gespür für Themen, Texte und Gestaltung kann der Kontakter nicht bestehen. Auf diese Weise kann er dem Kunden beispielsweise verschiedene Umsetzungsmöglichkeiten für ein Projekt aufzeigen, ihm aber gleichzeitig dank seiner Kompetenz zu einer bestimmten Möglichkeit raten.

Flexibilität, Belastbarkeit sowie ein freundliches und geduldiges Auftreten zählen ebenfalls zu den Eigenschaften des Kontakters. Diese sind insbesondere dann von Vorteil, wenn er es mit einem schwierigen Charakter zu tun hat, egal ob es sich dabei um einen Kunden oder einen Mitarbeiter der Agentur handelt.