Nach 70 Jahren ist Schluss mit dem dicken Otto

Die Ära des hunderte Seiten starken Versandhauskatalogs ist vorüber. Weder die Otto-Kunden – die mittlerweile zu 95% online bestellt – möchten ihn, noch Umweltschützer im Hinblick auf die gigantische Holzverschwendung zum reinen Konsumzweck.

1950 verschickte Otto den ersten „Katalog“ der Unternehmensgeschichte. Dieser hatte jedoch noch nicht allzu viel mit dem uns bekannten Katalog zu tun, sondern war eine mit Kordeln zusammengebundene Papiersammlung mit aufgeklebten Bildern von 28 Paar Schuhen. 1953 folgte dann der erste große Otto-Katalog mit einer vergleichsweise großen Auswahl an Produkten. Von Beginn an, spaltete der neue Katalog die Gesellschaft. Fanden es die oberen 10.000 zu Beginn noch unfein Massenware im Katalog zu bestellen, änderte sich diese Einstellung als in den 60er Jahren auch exklusive Ware Einzug in den Katalog hielt.

Im Osten war der Katalog ein begehrtes Objekt. Unfassbar groß erschien den Bürgern die Fülle an Angeboten – mussten sie sich doch schon für Alltagswaren in Schlagen einreihen. Und obwohl eine Lieferung in den Osten nicht möglich war, nutzen die DDR-Bürger den Katalog nicht nur zum Träumen sondern auch als Inspirationsquelle, um moderne Kleider beispielsweise einfach nachzunähen.

Der Hauptkatalog als Vertriebskanal spiele schon seit Jahren nur noch eine untergeordnete Rolle am Gesamtumsatz von 2,95 Milliarden Euro, teilte der Hamburger Versandhändler mit. Und somit ist Schluss – der Versandhändler will den Hauptkatalog im Dezember mit dem Frühjahr-/Sommer-Sortiment 2019 zum letzten Mal verschicken. Ganz aussterben wird der Katalog jedoch vorerst nicht. Viele Händler, so auch die Otto-Gruppe, drucken immer noch dünne Saison-Kataloge. Diese wirken damals wie heute als absatzfördernde Maßnahme.

95% wird online bestellt

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